Teilprojekt Kultur- und Kongresszentrum Stadthalle
Die Mülheimer Stadthalle erstrahlt in neuem Glanz: Mit dem Umbau sind zusätzliche Räume für Tagungen, Vereinsveranstaltungen oder auch private Feiern entstanden, ohne das gesamte Raumvolumen zu verändern. Umfangreiche und längst überfällige Verbesserungen sorgen für eine zeitgemäße Klima-, Licht- und Tontechnik.
Ein größeres und variables Raumangebot mit bis zu fünf Sälen für Tagungen und Kongresse und andere Veranstaltungsarten ist im I. Bauabschnitt im Sommer 2006 entstanden. Umgesetzt wurde das Projekt anhand des Gestaltungskonzepts von Architekt Prof. Rudolf Schricker. Die Projekt- und Bauleitung lag bei dem Mülheimer Architekten Peter Schnatmann. Ein Rahmenprojekt zu Ruhrbania, die Erweiterung der Stadthalle zum Kongresszentrum, ist damit erfolgt.
Ein großer Teil der Maßnahmen umfasste die Sanierung vieler technischer Anlagen und Einrichtungen unter Berücksichtigung der denkmalgeschützen Wand- und Deckenbeleuchtungskörper - der sogenannten "Schwalbennester". Der alte, zu groß dimensionierte Garderobenbereich wurde um 200 mē verkleinert, um dafür neue Tagungsräume zu gestalten. Total neu gestaltet wurde der Gastronomiebereich im Eingangs-Foyer. Eine Bistro-Lounge ist mit einer fantastischen Lichtlandschaft ausgestaltet worden und hat hohen "Wohlfühlcharakter".
Optisches Highlight im Eingangs-Foyer: eine zwölf Meter lange variable Glaswand, die mit Videoanimationen bestückt werden kann und die spezielle Lichttechnik, die unterschiedliche Stimmungen hervorzubringen vermag. Flachbildschirme bieten ein Hinweis- und Informationssystem. Die Formgebung und farbliche Gestaltung der flexiblen Wandelemente des neuen Tagungsbereiches ist faszinierendes Design.
Umfangreich saniert wurde auch der Festsaal: zeitgemäße Klima-, Bühnen- und Beleuchtungstechnik und eine neue Tonanlage samt Schwerhörigenanlage sind nun vorhanden. Schallisolierte Trennwände machen die Unterteilung des Saals - in den Festsaal Ost (mit Bühne) und den Festsaal West - für zwei unabhängig voneinander stattfindende Veranstaltungen bei natürlichem Licht möglich. Zu dem funktionalen und neuen Ambiente ist die Möblierung natürlich ebenfalls erneuert worden.
Im II. Bauabschnitt von Juli bis September 2007 wurden der Theatersaal und das Ruhrfoyer vor allem klima- und lichttechnisch auf einen zeitgemäßen Stand der Technik gebracht. Im Theatersaal wurde eine neue, mit optimaler Sicherheitstechnik und Lichttechnologie ausgestattete Deckenbeleuchtung eingebaut. Die prächtigen, historischen Lüster sind dabei so geschickt in Originaloptik nachgebaut worden, dass nicht das Design, sondern "nur" das bessere Licht als Veränderung wahrzunehmen ist. Die vergoldeten Fronten der Logen-Balkone sowie Holzvertäfelungen treten durch gezielte Effekte endlich aus dem bisherigen Dunkel hervor und werden buchstäblich ins rechte Licht gerückt.
Die längst überfällige Erneuerung der Klimatisierung erforderte eine umfassende Umstellung der Technik: Die medl sorgte mit einem ausgefeilten Konzept dafür, dass Theater- und Konzertbesuche nicht mehr zu einem schweißtreibenden Ereignis werden.
Im Ruhrfoyer wurde das gestalterische Konzept des vorderen Eingangsbereichs fortgeführt. Auch dort schaffen Klimatechnik, Licht und Akustik ein rundum angenehmeres Ambiente und neue Nutzungsmöglichkeiten, die zuvor schon aufgrund der schlechten Akustik eingeschränkt waren. Rund 600 der historischen Wandleuchten - die "Schwalbennester" - wurden im Zuge des zweiten Bauabschnitts in den Seitenfoyers, Treppenhäusern und im Ruhrfoyer komplett nachgebaut und mit energiesparender Technik ausgestattet. Brandschutztechnische Verbesserungen und eine farbliche Auffrischung waren weitere gleichermaßen notwendige wie sinnvolle Maßnahmen, die bei den Sanierungsarbeiten mit erledigt wurden.
"Die bisher schon hoch gelobten Ergebnisse des ersten Bauabschnitts wurden nun homogen und in dem geplanten Kostenrahmen fortgeführt", so Ulrich Scholten, Vorsitzender des Aufsichtsrates: "Alle Maßnahmen dienen direkt der Steigerung der Aufenthaltsqualität - und damit auch zugleich der Verbesserung der Vermarktungspotenziale."
Beitrag als PDF-Datei herunterladen
